• 09.10.2017
  • Medieninformation XXI/43
6. Ordentlicher Kongress der IG BCE / Ergänzungen zum Geschäftsbericht

Paradebeispiel tarifpolitischer Gestaltung

Die IG BCE hat in den vergangenen zehn Jahren eine Steigerung der Einkommen von mehr als 36 Prozent durchgesetzt. „Wir haben es geschafft, eine faire und gerechte Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen“, zog Peter Hausmann, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE und zuständig für die Bereiche Tarif/Finanzen, auf dem 6. Ordentlichen Kongress der IG BCE Bilanz. Auch bei den Zukunftsthemen Arbeitszeit und Demografie hat die Gewerkschaft Erfolge vorzuweisen.

Stefan Koch

09.10.2017
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Für die ostdeutsche Chemieindustrie hat die IG BCE ein modernes Arbeitszeitmodell entwickelt.  Das so genannte Potsdamer Modell sieht einem neuen Vollzeitkorridor zwischen 32 bis 40 Wochenstunden vor, kombiniert mit der Möglichkeit nach einer individuellen Wahlarbeitszeit. „Das Potsdamer Modell ist ein Paradebeispiel tarifpolitischer Gestaltung. Das sollten sich auch andere Arbeitgeberverbände anschauen“, sagte der IG-BCE-Tarifpolitiker.

Auf den demografischen Wandel und das sinkende gesetzliche Rentenniveau hat die IG BCE außerdem mit dem Abschluss so genannter Demografie-Tarifverträge reagiert und bereits bestehende Regelungen ausgebaut. Nicht nur in den großen Branchen wie der chemischen oder der Papierindustrie konnte so eine betriebliche Altersvorsorge aufgebaut werden, sondern auch in kleineren Bereichen wie in der feinkeramischen oder der Lederindustrie, „die nicht zu den Spitzenverdienern dieser Republik zählen“, so Hausmann. Sie bilden damit einen wichtigen Baustein für ein abgesichertes Leben im Alter. „Wir sind einer der wenigen Bereiche, wo ich sagen kann: Altersarmut ist bei uns kein nennenswertes Thema“, betonte Hausmann.

Hausmann hob den Stellenwert des Flächentarifvertrages als „Erfolgsmodell der Tarifarbeit“ hervor, mahnte jedoch: „Vieles hängt von unseren Partnern auf der anderen Seite ab. Wir können nur dort mit den Arbeitgeberverbänden zusammenarbeiten, wo ein Gestaltungswille vorhanden ist und die gemeinsame Sichtweise besteht, dass Tarifverträge dafür da sind, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen für eine Branche festzusetzen.“ Sei dies nicht vorhanden, müsse sich die Tarifarbeit mit Lösungen für den Einzelfall anpassen. Als Beispiel dafür nannte Hausmann die Schuhindustrie, in der sich die Tarife und die realen Bedingungen im Betrieb zuletzt immer weiter auseinander entwickelt haben. „Hier haben wir reagiert und versuchen nun nicht nur in der Fläche, sondern über starke Unternehmen diesem Trend entgegenzuwirken“, sagte Hausmann.

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