Tarifbindung

Immer mehr Beschäftigte ohne Tarifvertrag

Tarifverträge sichern eine faire Bezahlung und sorgen dafür, dass die Arbeitnehmer ihren Anteil am wirtschaftlichen Erfolg bekommen. Doch immer weniger Beschäftigte haben einen. Im Jahr 2012 arbeiteten laut einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nur noch rund 50 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, für die ein Branchentarifvertrag galt. Mehr als 40 Prozent der Deutschen muss ganz ohne einen Tarifvertrag auskommen.

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Sie ist eine von 50 Prozent der Deutschen, für die ein Tarifvertrag gilt: Beschäftigte bei der Papierfabrik August Koehler. Sie ist eine von 50 Prozent der Deutschen, für die ein Tarifvertrag gilt: Beschäftigte bei der Papierfabrik August Koehler.

2012 arbeiten hochgerechnet etwa 53 Prozent der westdeutschen und 36 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die branchentarifgebunden sind. Firmentarifverträge gelten für 7 Prozent der westdeutschen und rund 12 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für 40 Prozent der Beschäftigten im Westen und 51 Prozent im Osten gibt es keinen Tarifvertrag.

Seit 1996, als erstmals Daten zur Tarifbindung für Ost- und Westdeutschland vom IAB erhoben wurden, ist die Zahl der tarifgebundenen Betriebe stark zurückgegangen. 1996 arbeiteten in Westdeutschland 70 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. In Ostdeutschland waren es  56 Prozent. Gegenüber 2011 bedeutet das einen Rückgang um jeweils einen Prozentpunkt. „In der langen Sicht ist die rückläufige Tendenz eindeutig“, kommentieren die IAB-Arbeitsmarktforscher Susanne Kohaut und Peter Ellguth die Ergebnisse.

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