• 14.09.2018
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Medieninformation

IG BCE: Die Schließung bei Rathscheck ist die falsche Entscheidung

Die Wehrhahngruppe hat anscheinend das Vertrauen in den Berg und in die Bergleute verloren

"Die Entscheidung, das Bergwerk zu schliessen hat uns genauso überrascht, wie die Kumpel vor Ort," so Holger Zimmermann, Geschäftsführer der IG BCE Mittelrhein in Neuwied.

"Vor allem, da die Betriebsräte und wir als Tarifpartner mit der Geschäftsleitung eine klare Verabredung hatten, erst gemeinsam die Leistungsfähigkeit der 11. Sohle zu bewerten."
"Dazu sollte die Erschließung dort mit Hochdruck vorangetrieben werden," so Zimmermann weiter. "Ob dies tatsächlich auch umgesetzt wurde oder mit angezogener Handbremse geschah bleibt eine der offenen Fragen. Tatsache ist, dass am 08. Mai, 6 Wochen vor der Veröffentlichung der Entscheidung, Anton Wehrhahn als letzter Namensgeber aus dem Vorstand der Holding ausgeschieden ist. Vielleicht ist mit ihm auch der letzte Verfechter der Tradition am Katzenberg gegangen."
"Tatsache ist auch, dass die 11. Sohle aktuell liefert und zwar in einer Qualität und in Formaten, die schon seit Jahren nicht mehr möglich waren," so Zimmermann weiter.
"Daher haben wir zusammen mit den Betriebsräten in den letzten Wochen versucht, die Geschäftsleitung von der Sinnhaftigkeit einer Weiterführung des Bergwerks zu überzeugen. Mindestens sollte aber am ursprünglichen Plan festgehalten werden. Wir wollten vereinbaren, dass jetzt alle Kraft in den Vortrieb der 11. Sohle gesteckt wird"
"Unser Ziel war, die Zeit bis Ende nächsten Jahres zu nutzen um zu beweisen, dass der Katzenberg weiterhin eine Zukunft hat."
"Allerdings ist nach dem Besuch von Wehrhahn Holdingvorstand Kathrin Dahnke am letzten Mittwoch und den Verhandlungen mit der örtlichen Geschäftsleitung heute am 10.09. klar, dass es nicht mehr um die Lieferfähigkeit des Bergwerks geht," so Zimmermann weiter. "Es ist entschieden worden, die Tradition am Katzenberg zu beenden. Diese unternehmerische Entscheidung von Juni wird nicht mehr in Frage gestellt."
"Allerdings fällt diese Entscheidung ja auch nicht allzu schwer," so Zimmermann weiter. "Rathscheck wird weiterhin einer der größten Schieferproduzenten Deutschlands bleiben. Die Kompensation der ausfallenden Mengen von Moselschiefer durch deutlich günstiger zu produzierenden spanischen Schiefer macht unternehmerisch sogar durchaus Sinn."
"Ob dies nach dem Wechsel an der Wehrhahnspitze auch ein Entscheidungsgrund gewesen sein könnte vermag ich nicht zu sagen," so Zimmermann weiter. "Allerdings ist dies auch für die jetzt anstehenden Verhandlungen unerheblich. Jetzt geht es nur noch um die finanziellen Rahmenbedingungen für die Kumpel. Wir werden zusammen mit den Betriebsräten ab jetzt alle Kraft in die Verhandlung eines Sozialplans stecken müssen. Hier wird sich zeigen, ob die Wehrhahn Gruppe bereit ist, zumindest ihre soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu übernehmen. Mitarbeiter, die schon seit Jahrzehnten hier arbeiten und auf Grund ihrer sehr spezifischen Qualifikation nur mit einiger Kraftanstrengung fit für einen neuen Job gemacht werden können."
"Wenn Wehrhahn sich nun auch aus der sozialen Verantwortung verabschiedet, werden wir als IG BCE zusammen mit den Kollegen entsprechende Antworten darauf finden," so Zimmermann weiter. "Die Menschen hier verlieren ihren Arbeitsplatz. Wir werden verhindern, dass sie und ihre Familien damit auch ihre Zukunft verlieren."

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