Gesetzliche Rentenversicherung 1

Weiter in Richtung Rente mit 67

2019 gibt es planmäßig weitere Schritte hin zur „Rente mit 67“. Wer 2019 wann in Rente gehen kann – und was ein vorzeitiger Renteneintritt kostet.

jgroup

Rentner
09.01.2019

Reguläre Altersrente: Das Alter, ab dem es nach Erfüllung einer fünfjährigen Wartezeit eine ungekürzte Altersrente gibt, steigt nun auf 65 Jahre und 8 Monate. Genauer gesagt gilt dieser Wert nicht für das Jahr 2019, sondern für den kompletten Geburtsjahrgang 1954. Das bedeutet beispielsweise: Wer am 2.1.1954 geboren wurde, kann die Altersrente regulär ab Oktober 2019 erhalten, da er im September die Altersgrenze erreicht. Für den Jahrgang 1953 liegt diese Grenze noch bei 65 Jahren und sieben Monaten.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Seit Juli 2014 gibt es für Versicherte, die auf eine 45-jährige Mindestversicherungszeit kommen, allerdings die Möglichkeit, bereits deutlich früher in Rente zu gehen. Sie können die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ in Anspruch nehmen – und zwar ohne Abschläge. Für den Jahrgang 1956, diejenigen also, die 2019 ihren 63. Geburtstag feiern, ist dies allerdings nicht mehr mit 63, sondern erst acht Monate später möglich. Das Zugangsalter für den abschlagsfreien Rentenzugang wird nämlich schrittweise für jeden Jahrgang um zwei Monate angehoben. Ab dem Jahrgang 1964 gilt dann wieder die 65-Jahres-Grenze. Wichtig zu wissen: Ein vorzeitiger Bezug dieser Altersrente mit Abschlägen ist nicht möglich, wohl aber – bei Erreichen des für diese Altersrente geltenden Eintrittsalters – der Bezug einer Teilrente.

Altersrente für langjährig Versicherte: Bei dieser Frührente gibt es etwas niedrigere Hürden. Hier reichen schon 35 Versicherungsjahre. Dafür wird die Rente kräftig gekürzt. Sie kann zwar schon ab 63 bezogen werden – aber mit Abschlägen. 2019 erreicht der Jahrgang 1956 die 63-Jahres-Grenze. Wer in diesem Jahr geboren wurde, kann die Altersrente für langjährig Versicherte mit 63 mit einem Abschlag von 10,2 Prozent beziehen. Wer zu diesem Zeitpunkt Rentenansprüche in Höhe von 1.000,- € erworben hat, bekommt als Rente also brutto nur 898 Euro. Davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Für jeden neuen Rentnerjahrgang werden die Abschläge höher. Ab 2027 – für den Jahrgang 1964 also – sind es dann maximal 14,4%, wenn man schon mit 63 in Rente geht. Wichtig zu wissen: Niemand muss diese Rente punktgenau mit 63 beziehen. Ein Eintritt in diese Rente ist auch beispielsweise mit 64 oder 65 möglich – dann aber mit entsprechend geringeren Abschlägen.

Schwerbehindertenrente: Dieses vorgezogene Altersruhegeld kann als einziges noch vor dem 63. Geburtstag bezogen werden. Für den Jahrgang 1956 liegt die Altersgrenze für den regulären (abschlagsfreien) Bezug dieser Rente bei 63 Jahren und zehn Monaten. Die Schwerbehindertenrente kann man auch maximal drei Jahre vorher (für den Jahrgang 1956: ab 60 Jahren und zehn Monaten) erhalten, dann aber mit Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent (0,3 Prozent x 36 Monate).

Tipp: Schwerbehinderte sind häufig (aber längst nicht in jedem Fall) auch erwerbsgemindert. Bei starken gesundheitlichen Handicaps sollten Betroffene in jedem Fall prüfen, ob für sie statt der Schwerbehindertenrente die Erwerbsminderungsrente in Frage kommt. Diese fällt aufgrund der für Neurentner ab 2019 geltenden verlängerten Zurechnungszeiten deutlich höher aus.

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