Kurzzeit-Regel verlängert

3-Monats-Regel gilt nun auf Dauer

2015 wurden großzügigere Regelungen für die sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung eingeführt. Eigentlich sollten sie nur bis Ende 2018 gelten. Nun wurde aus der Ausnahme eine Dauerregelung. Dies sieht das Qualifizierungschancengesetz vor. Interessant sind kurzfristige Beschäftigungen u.a. für Rentner, Studenten, Hausfrauen – aber auch für „normale“ Beschäftigte als Nebenjob.

Wer eine abhängige Beschäftigung ausübt, muss in der Regel Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Auch auf den Arbeitgeber kommt dann eine entsprechende Belastung zum Bruttoarbeitsentgelt hinzu. Dies gilt allerdings nicht bei den so genannten kurzfristigen Beschäftigungen, die deshalb für manche Arbeitgeber besonders interessant sind.

Hier gilt auch künftig weiterhin: Beschäftigungen, die von vorneherein auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Jahres befristet sind, werden als „kurzfristig“ und sozialversicherungsfrei eingestuft.

Die Drei-Monats-Grenze gilt, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche erfolgt. Wer eine Fünf-Tage-Woche hat, für den zählt eine Beschäftigung also nur dann als kurzfristig, wenn sie maximal drei Monate dauert.

Die 70-Tages-Grenze gilt bei weniger als fünf wöchentlichen Arbeitstagen. In diesem Fall kann sich die Beschäftigung sogar auf bis zu zwölf Monate verteilen. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es bei kurzfristigen Beschäftigungen nach wie vor nicht an.

Für Arbeitgeber bringt die kurzfristige Beschäftigung den Vorteil, dass man sich hierdurch nicht bindet. Das Beschäftigungsverhältnis wird für drei Monate vereinbart und danach ist Schluss. Das ist generell so bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Bei den „kurzfristigen“ Jobs kommt aber noch hinzu: Hier fallen für den Arbeitgeber (fast) keine Sozialabgaben an.
Die Regelungen für kurzfristig Beschäftigte können nur für Beschäftigte angewandt werden, die ihre Tätigkeiten nicht „berufsmäßig“ ausüben. Gemeint ist damit: Die Tätigkeit darf nicht Basis des Lebensunterhalts der Betroffenen sein. Andernfalls greifen die „normalen“ Regelungen zur Sozialversicherungspflicht – sofern der Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Angewandt werden die Kurzfrist-Regeln dagegen – soweit die zeitlichen Grenzen eingehalten werden – bei Rentnern sowie Hausfrauen und anderen Personen, die die entsprechenden Tätigkeiten nur gelegentlich ausüben.

Unbekannt ist vielfach, dass kurzfristige Beschäftigungen auch für normale Arbeitnehmer als Nebenjob in Frage kommen. Nehmen wir einen Verkäufer, der in seinem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob monatlich 2.500 Euro brutto verdient. Dieser kann beispielsweise nebenher bis zu 70 Tage im Jahr einen Nebenjob als Taxifahrer ausüben, in dem er monatlich 1.000 Euro verdient, es kann auch deutlich mehr sein. Die Sonderregelung für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse kommt für den Nebenjob dann zum Tragen, wenn dieser von vornherein auf maximal drei Monate bzw. auf 70 Tage innerhalb von zwölf Monaten begrenzt ist. Sozialversicherungsbeiträge müssen in diesem Fall weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer zahlen. Genau das gleiche würde auch für einen Rentner oder eine Hausfrau gelten.

Wichtig zu wissen: Steuerfrei sind kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse nicht.

Und: Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen – etwa Rente, Krankengeld und Arbeitslosengeld – erwirbt man hierdurch nicht.

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