Langjährige Gewerkschafter verabschiedet

Danke für Euer Engagement

Am Ende des ersten Kongresstages kam dann doch etwas „Demut“ ins Spiel. So leitete Edeltraud Glänzer, stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, den letzten Programmpunkt am Montag ein: Die Verabschiedung langjähriger Hauptvorstands-, Ausschuss- und Kommissionsmitglieder. Vorsitzender Michael Vassiliadis würdigte neun Kollegen für deren teils jahrzehntelangen Einsatz in der IG BCE.

Christian Burkert

(v.l.) Michael Vassiliadis, Karl-Heinz Rupp, Frank Eschenauer, Dieter Peters, Frank Seidel, Michael Freese, Thomas de Win, Peter Hausmann, Ludwig Ladzinski, Egbert Biermann.
09.10.2017
  • Von: Axel Stefan Sonntag
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Ludwig Ladzinski, „einer der Architekten der RAG-Stiftung“. Thomas de Win, der bei der Neuausrichtung des Bayer-Konzerns darauf geachtet habe, die „betriebliche und gewerkschaftliche Identität beizubehalten“. Frank Eschenauer, dem sein Unternehmen „freie Hand für eigene Standortkonzepte gelassen hat und dafür mit dem Deutschen Betriebsrätepreis ausgezeichnet wurde“. Michael Freese, der „im ehrenamtlichen Hauptvorstand die Jugend vertrat und sich aktiv gegen Missstände, Ungerechtigkeiten und Fremdenfeindlichkeit einsetzte“. Dieter Peters, der um keinen Preis akzeptieren wollte, „dass die damalige CDU-Landesregierung in Nordrhein-Westfalen den Kohlekompromiss infrage stellen wollte“. Karl-Heinz Rupp, „der die Bergbautradition in den Hauptvorstand einbrachte und, obwohl Bergwerke zusammengelegt oder geschlossen wurden oder neue hinzukamen, es nicht zu einer betriebsbedingten Kündigung kam“. Frank Seidel, der in der ehemaligen DDR „für Einkommen kämpfte, als es verboten war. Danke dafür, was Du riskiert und geleistet hast.“

Zudem würdigte Vassiliadis zwei Kollegen aus dem geschäftsführenden Hauptvorstand. Egbert Biermann, der vor zwei Jahren sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, habe „dafür gesorgt, dass der christlich-soziale Gedanke auch bei uns ein Zuhause hat“, so Vassiliadis, der zugleich betonte, dass es in der IG BCE „auf das Parteibuch nicht ankommt“. Die Idee, die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung aufzuwerten, sei maßgeblich Biermanns Verdienst. Nicht umsonst habe der Gewerkschaftskongress 2013 dieses als Ziel beschlossen.

Peter Hausmann, langjähriger Tarifexperte und Chemie-Verhandlungsführer, der noch bis zur Neuwahl des geschäftsführenden Hauptvorstands am Dienstag im Amt bleibt, dankte Vassiliadis für viele Innovationen in der Tariflandschaft. „Du hast Arbeitszeit- und Entgeltkorridore entwickelt, die den Flächentarif manifestierten. Auch das jüngst vereinbarte Potsdamer Modell wird Dein Verdienst bleiben“, lobte er Hausmann, der sich aus Altersgründen nicht mehr erneut zur Wahl stellt. Tatsächlich stiegen die Chemie-Tariferhöhungen seit 2010 um 22,2 Prozent.

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